02874 - 704  Pfarrei St. Franziskus Steinweg 6 46419 Isselburg
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Impuls zum Sonntag

26.05.2024

Dreifaltigkeitssonntag


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus (Mt 28.,16-20)

In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zwei-fel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Da-rum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern;tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Impuls

Wir feiern heute den Dreifaltigkeitssonntag und sehen Gott vor uns in einer großen Zusammenschau. Jede und jeder stellt sich Gott irgendwie vor: Wie er ist, was er von uns erwartet, was er von uns hält. Das Fest der Dreifaltigkeit ist ein Fest, dass uns ein Bild von Gott als Vater, Sohn und Heiligem Geist darstellt.

Welches Bild von Gott kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie dieses Dogma der Dreifaltigkeit hören? Gott als Gemeinschaft? Gott als Einheit? Oder was?

Es ist das Bild einer Familie. Gott als eine Familie aus Vater, Mutter und Sohn, die in Liebe und Einheit verbunden sind. „Gott ist dreifaltig einer“, und wir alle wurden in dieser Familie getauft „auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.

Liebe Freunde in Christus! Woran denken Sie zuerst, wenn Sie an „Familie“ denken? an Beurteilung? Kritik? Nein! Wir denken zuerst an Liebe, Geborgenheit, Fürsorge. Wir denken an einen Ort, an dem wir so sein können, und akzeptiert werden, wie wir sind. Wir denken zuerst an einen Ort, an dem wir mit Liebe zurechtgewiesen werden, wenn wir etwas falsch machen.

Meditation

„Gott ist einer -als Vater, Sohn und Geist.

Ein Gott, eine Liebe, eine Wahrheit.

Nur in Gemeinschaft ist die Liebe lebendig,

in der Gemeinschaft wird die Wahrheit bezeugt.

Ich danke dir, Gott, dass du mich in deine

liebende Gemeinschaft einbeziehst.“


Kaplan Virginus Nwuso




19.05.2024

Pfingsten

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 20, 19-23)

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Impuls

Pfingsten gilt als Gründungsfest der Kirche. Petrus und die Apostel empfangen den Heiligen Geist Gottes und trauen sich, die frohe Botschaft in die Welt hinauszutragen. Ohne Gottes Geist wären sie im verschlossenen Haus geblieben. Niemand hätte etwas von Jesus erfahren. Doch Gottes Geist führt sie in die Welt und sie verkünden in allen Sprachen Jesu große Taten.

Und Gottes Geist führt auch heute noch Menschen, miteinander und mit Gott zu leben und die frohe Botschaft weiter zu geben – ja selbst ein gutes Beispiel zu sein.

Dafür können und dürfen wir beten – zum Beispiel mit dem Gebet „Komm zu mir Heiliger Geist“ von Edith Furtmann:

Wenn ich Menschen in Schubladen stecke,komm zu mir Heiliger Geist, öffne die Schubladenund hilf mir, den einzelnen Menschen zu sehen.Komm zu mir Heiliger Geist! Wenn ich in Vorurteilen gefangen bin,komm zu mir Heiliger Geist, kläre meinen Blickund hilf mir, Vorurteile zu überwinden.Komm zu mir Heiliger Geist! Wenn ich nur noch auf mich selbst schaue,komm zu mir Heiliger Geist, lenke meinen Blick in die Weite,damit ich meine Mitmenschen in den Blick nehme.Komm zu mir Heiliger Geist! Wenn mir die Worte fehlen,komm zu mir Heiliger Geist, lass mich mutig werden,und darauf vertrauen, die richtigen Worte zu finden.Komm zu mir Heiliger Geist! Wenn ich nicht mehr weiter weiß,komm zu mir Heiliger Geist, schenk mir den Mut,neue Wege zu gehen.Komm zu mir Heiliger Geist, damit ich ein Leben

in der Liebe zu Gott und den Menschen leben kann.

Und dann können wir – im guten Geiste Gottes – Gemeinde vor Ort sein und seinen Frieden, seine Liebe in die Welt hinaus strahlen.

Glücklich die Kirche, die nie aufhört zu fragen,die nie aufhört zu suchen.Glücklich die Kirche, die sich selbst in Frage stellt,die über sich selber lächeln kann.Glücklich die Kirche, die Freiheit verbreitet aus ihrem Glauben,die Freude ausstrahlt aus ihrem Leben.Glücklich die Kirche, die den Menschen neue Zuversicht schenkt,die den Frieden und die Gerechtigkeit in die Tat umsetzt.Glücklich die Kirche,die ein Ort der Menschlichkeit ist in einer unmenschlichen Welt.Glücklich die Menschen dieser Kirche,sie brauchen keine Angst mehr zu haben,von Gott und den Menschen verlassen zu sein.

Pastor Klaus Winkel




12.05.2024

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 17, 6a.11b-19)

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in dei-nem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Na-men, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet und kei-ner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, da-mit sich die Schrift erfüllte.Aber jetzt komme ich zu dir und rede dies noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.Wie du mich in die Welt ge-sandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich hei-lige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

Impuls

„Du hast uns zum Vater gewiesen, zu deinem Ursprung

und unserem Ursprung, zu deinem Ziel und unserem Ziel.

Du hast ihn uns gezeigt als deinen Vater, als unseren Vater,

als den Quell des Lebens, den Schöpfer allen Seins,

als den Tätigen

und Liebenden seit Urbeginn,

als den unermüdlich Schaffenden

und Bewahrenden.

Du hast ihn uns gezeigt

in deinem Antlitz, in deiner Stimme,

in der Berührung deiner Hände,

in deiner Liebe und Güte.

Du hast ihn uns geoffenbart

und wirst ihn weiter offenbaren.“


Aus: Bruno Stephan Scherer, Du kommst zu uns


Pastor Gerhard Wietholt

Krankenhauspfarrer




05.05.2024

6. Sonntag der Osterzeit

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 15, 9-17)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe blei-ben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt.

Impuls

Liebe ist der Ausdruck der Nähe Gottes zu uns Menschen. Diese Nähe ist in den Worten und Taten Jesu spürbar geworden, der uns auf unseren Wegen begleitet: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.

Geschichte

Eines Tages in einem kleinen Dorf wohnten zwei Brüder. Der jüngere war verheiratet und hatte Kinder, der Ältere war unverheiratet und allein. Die beiden Brüder arbeiteten zusammen, sie pflügten das Feld zusammen und streuten zusammen den Samen aus. Zur Zeit der Ernte brachten sie das Getreide ein und teilten die Garben in zwei gleiche Stöße, für jeden einen Stoß Garben. Als es Nacht geworden war, legte sich jeder der beiden Brüder bei seinen Garben nieder, um zu schlafen. Der Ältere aber konnte keine Ruhe finden und sprach in seinem Herzen: ‘Mein Bruder hat eine Familie, ich dagegen bin allein und ohne Kinder, und doch habe ich gleich viele Garben genommen wie er. Das ist nicht recht.’ Er stand auf, nahm von seinen Garben und schichtete sie heimlich und leise zu den Garben seines Bruders. Dann legte er sich wieder hin und schlief ein. In der gleichen Nacht nun, einige Zeit später, wachte der Jüngere auf. Auch er musste an seinen Bruder denken und sprach zu seinem Herzen: ‘Mein Bruder ist allein und hat keine Kinder. Wer wird für ihn in seinen alten Tagen sorgen?’ Und er stand auf, nahm von seinen Garben und trug sie heimlich und leise hinüber zum Stoß seines Bruders. Als es Tag wurde, standen die beiden Brüder auf, und jeder waren erstaunt, dass ihre Garbenstöße die gleichen waren wie am Abend zuvor. Aber keiner sagte dem anderen ein Wort. In der zweiten Nacht wartete jeder ein Weile, bis er den anderen schlafend dachte. Dann erhoben sie sich, und jeder nahm von seinen Garben, um sie zum Stoß des anderen zu tragen.

Auf halbem Weg trafen sie plötzlich aufeinander, und jeder erkannte, wie gut es der andere mit ihm meinte. Da ließen sie ihre Garben fallen und umarmten einander in herzlicher brüderlicher Liebe. Der Liebe Gott im Himmel aber schaute auf sie hernieder und sprach: ‘Heilig, heilig sei mir dieser Ort. Hier will ich unter den Menschen wohnen.’“


Kaplan Virginus Nwuso




28.04.2024

5. Ostersonntag

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 15, 1-8)

In jenen Tagen, als Saulus nach Jerusalem kam, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen. Aber alle fürchteten sich vor ihm, weil sie nicht glaubten, dass er ein Jünger war. Bárnabas jedoch nahm sich seiner an und brachte ihn zu den Aposteln. Er berichtete ihnen, wie Saulus auf dem Weg den Herrn gesehen habe und dass dieser zu ihm gesprochen habe und wie er in Damáskus freimütig im Namen Jesu aufgetreten sei. So ging er bei ihnen in Jerusalem ein und aus, trat freimütig im Namen des Herrn auf und führte auch Streitgespräche mit den Hellenísten. Diese aber planten, ihn zu töten. Als die Brüder das erkannten, brachten sie ihn nach Cäsaréa hinab und schickten ihn von dort nach Tarsus. Die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samárien hatte nun Frieden; sie wurde gefestigt und lebte in der Furcht des Herrn. Und sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes.

Impuls

Das Bild vom Weinstock und den Reben ist eindrücklich und lässt Raum für eigene Gedanken. Auch wenn wir nicht in einer Weinregion leben, so haben doch die meisten von uns sicher schon einmal Weinberge gesehen und damit, wie Weinstöcke und Reben aussehen und verbunden sind.

Schöne Landschaften und warmes Klima und Menschen, die Le-bensfreude ausstrahlen, das könnte so ein Gedanke sein. Ein Bild für Vertrautheit und innige Verbundenheit, der Menschen wie der Reben. Die Rebe kann nur leben und sich entfalten, wenn sie am Rebstock bleibt. In ihm ist die Kraft, die das Leben ermöglicht. Angesichts der großen Kirchenkrise, die nicht nur für mich in Wirklichkeit eine Gotteskrise ist, sehen viele Menschen nur noch den Weg, sich abzuwenden und zu trennen.

Das Evangelium kann ermutigen, sich noch tiefer mit Christus zu verbinden, ihm zu vertrauen und restlos alles anzuvertrauen, auch die ungelösten Fragen und Probleme und auch alle Schuld.

Er, Christus, der Weinstock, schafft immerfort neues Leben; ein wundervolles, tröstliches und hoffnungsfrohes Bild! Vermutlich ließe sich dieses Bild besser mit einem Spaziergang durch einen Weinberg statt mit Worten – in einer Region ohne Weingärten – erahnen.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen


Krankenhauspfarrer Gerhard Wietholt




21.04.2024

4. Ostersonntag

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 10, 11-18)

In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zerstreut sie. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es von mir aus hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

Impuls

Jesus sagt: „Ich bin Weg, die Wahrheit und das Leben!“ (Joh 14,6) und „Ich bin die Auferstehung und das Leben!“ (Joh 11,25). Zuvor sagt er seinen Jüngern: „Ich bin der gute Hirt!“ (Joh 10,11)

Diese Reihe baut aufeinander auf. Für wen Jesus der Hirte ist, der wird auferstehen, ja kann seinen Weg im Leben gehen – und ist nicht allein! Dies ist unsere Osterhoffnung, Ausdruck der Freude über die Auferstehung.

Der Psalm 23 drückt dies auf wunderbare Weise aus und ist seit Jahrtausenden ein beliebtes Gebet. In der Umschreibung von Huub Oosterhuis wird dies besonders deutlich: Wenn Gott mein Hirte ist, dann fehlt nichts, ja dann komme ich zu Atem und lebe unter seinem Segen, in seiner Gnade.

„Wärst du mein Hirte, nichts würde mir fehlen“

Führ mich zu blühenden Weiden,

lass mich lagern an strömendem Wasser,

dass meine Seele zu Atem kommt,

dass ich die rechten Pfade wieder gehen kann, dir nach.

Du mein Hirte? Nichts würde mir fehlen.


Muss ich in den Abgrund, die Todesschlucht,

dann packt mich die Angst - bist du bei mir,

werde ich nicht sterben vor Angst.

Du hast den Tisch schon gedeckt,

meine Spötter wissen nicht, was sie sehen:

dass du meine Füße wäschst, sie salbst mit Balsam,

mir einschenkst. Trink nur, sagst du.

Nichts wird mir fehlen.


Lass es so bleiben, dieses Glück, diese Gnade, all meine Lebenstage.

Dass ich bis ans Ende meiner Jahre wohnen werde in deinem Haus.

Du mein Hirte, nichts wird mir fehlen.


Pastor Klaus Winkel




14.04.2024

3. Sonntag der Osterzeit

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (LK24, 35-48)

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und die mit ihnen versammelt waren, was sie unterwegs erlebt und wie sie Jesus erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst,denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben konnten und sich verwunderten, sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sagte er zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über michgeschrieben steht. Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften. Er sagte zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen und in seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden, damit ihre Sünden vergeben werden. Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür.

Impuls

Es gibt in der Bibel viele spannende Ostergeschichten über die Begegnung des auferstandenen Jesu mit seinen Jünger, sowohl Männer als auch Frauen. Eine dieser Geschichte hören wir im heutigen Evangelium. Das Ziel dieser Geschichte ist es, die Wahrheit über die Auferstehung zu bezeugen und ihre Bedeutung für unseren Glauben zu betonen. Denn die Jünger selbst werden Zeugen und Boten der Auferstehung sein.

Im heutigen Evangelium erschien Jesus seinen Jünger. Sie waren erschrocken, weil sie meinten, einen Geist zu sehen. Sie könnten ihre Zweifel trotz aller Bemühungen Jesu nicht überwinden. Sie waren erst überzeugt, als Jesus beim Mahl mit ihnen einen gebratenen Fisch teilte. Warum sollte uns das wichtig sein? Das gemeinsame Mahl symbolisiert die Feier die Eucharistie. Auf vielen alten Bildern erkennt man, dass Jesus beim Letzten Abendmahl nicht nur Brot und Wein vor sich hatte, sondern auch Fisch. In der Zeit der Christenverfolgung war der Fisch ein Geheimzeichen für Jesus Christus. Denn Er ist derjenige, den wir in der Eucharistie feiern und empfangen.

Liebe Freunde Christus! Sehr entscheidend in dieser Begegnung Jesu mit seinen Jüngern ist: Jesus will in der Eucharistie erkannt (und anerkannt) wer-den, als der Sohn Gottes, der den Tod überwindet. Auf diesem Grund konnten ihn die Jünger nur bei Fisch essen erkennen; das heißt bei der Feier die Eucharistie. Auch an uns ergeht immer wieder die Einladung des Auferstan-denen: „Kommt her und esst!“ Was damals geschehen ist, das soll sich auch heute ereignen: Jesus „nahm das Brot und gab es ihnen“, und da wussten sie, „dass es der Herr war.“ Ihre Herzen wurden geöffnet. Die Frage ist: Begeg-nen wir in unserem Herzen Jesus, den wir in der Kommunion empfangen? Glauben wir wirklich, dass die Eucharistie wahrhaftig Jesus ist; Fleisch und Blut, Seele und Göttlichkeit? Ja! In Form von Brot und Wein, unsichtbar und doch wirklich. Wie beeinflusst dieser Glauben unsere Haltung zu der Eucharistie? Sind wir vor der Eucharistie demütig und respektvoll, mit großer Ehrfurcht?


Kaplan Virginus Nwosu