02874 - 704  Pfarrei St. Franziskus Steinweg 6 46419 Isselburg
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Impuls zum Sonntag

Impuls zum Sonntag

5. Fastensonntag

21.03.2021


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (12, 20-33)

Unter den Pilgern, die beim Fest Gott anbeten wollten, gab es auch einige Griechen. Diese traten an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und baten ihn: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.

Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren. Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen!

Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen. Die Menge, die dabei stand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet. Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.


Impuls

„Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein.“


Dieses Wort Jesu ist für uns Programm. Dort sollen wir sein, dort, wo er ist.

Ich frage mich manchmal, ob dieser Jesus von Nazareth, wenn er heute leben würde, jetzt als Mensch auf der Welt wäre, ob er dann auch hier wäre, hier, in einer der Kirchen unserer Pfarrei St. Franziskus.


Vielleicht ginge er ja lieber in die evangelische Kirche. Oder wäre er in Rom, in Jerusalem, in einer Dorfkirche in Nazareth?


Vielleicht würde er dort schon komisch auffallen, mit langen Haaren, barfuß in Sandalen… oder hätte er einen Sonntagsanzug an? Mit Krawatte und weißem Hemd? Oder gar im Papstgewand?


Das kann ich mir, ehrlich gesagt, nur schwer vorstellen…


Vielleicht wäre er jetzt ja eher in einer Großstadt, beim Bahnhof, in irgendeiner Unterführung oder im Park. Wo sich die Obdachlosen oder Drogenabhängigen treffen. Wo Jugendliche Party machen.


Und vielleicht begegnen wir ihm sogar noch sehr viel unmittelbarer bei denen, die IHN suchen, egal ob in einer Kirche oder woanders.


Vor allem dann, wenn wir uns wieder einmal anschicken dort sein zu wollen, wo er ist.

Denn:"Wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein!"

Dieses Wort Jesu ist für uns Programm.


Pastoralreferentin Ilka Schmeing



4. Fastensonntag -Laetare

14.03.2021


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (3, 14-21)

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodémus: Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat. Denn darin besteht das Gericht: Das Licht kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.


Impuls

Im Evangelium spricht Jesus vom Licht nicht als einer Eigenschaft, die er besitzt, sondern als das, was er ist. Der Kern seines Seins. Er hat nicht gesagt, "Ich habe das Licht", sondern "Ich bin das Licht" (Joh 9,5, 8,12). Dieser Jesus, der das Licht ist, stieß auf einen Mann, der blind geboren wurde. Er vertrieb seine Dunkelheit und der Mann konnte wieder sehen. Das zeigt uns, wie mächtig das Licht ist. Am ersten Tag der Erschaffung der Welt im Buch Genesis herrschte Finsternis überall und Gott sprach: Es werde Licht. Das Licht zerstreute die Dunkelheit und ent-hüllte die Schönheit der Schöpfung. Was Gott am ersten Tag der Schöpfung getan hat, das tut er immer noch jeden Tag. Er zerstreut die Dunkelheit und offenbart die Schönheit, die in seiner Schöpfung verborgen ist. Genau dies ist es, was in der Lesung geschehen ist, als David zum König Israels ausersehen und gesalbt wurde. Gegen alle Widrigkeiten und trotz der Dunkelheit in den Augen von Jesse, dem Vater Davids und seinen Brüdern, ließ Gott sein Licht auf David fallen und zeigte ihn als den Auserwählten. Und Samuel salbte ihn zum König. Am Hofe des Königs Saul hatte David Gelegenheit zum Nachdenken und Aufschreiben seiner Gedanken und Lieder. Im wunderbaren Psalm 23 haben wir im heutigen Antwortgesang gehört: "Der Herr ist mein Hirte".

Liebe Schwestern und Brüder in Christus! Diese Geschichten handeln nicht nur von David oder dem blind geborenen Mann. Es geht auch um dich und mich. Ich kann die Probleme in deinem Leben nicht kennen. Ich kenne auch nicht die Ursache für Tränen in deinen Augen oder warum du vielleicht traurig bist. Aber ich weiß etwas sehr gut. Ich weiß, dass Gott, der das Licht ist, über die Herausforderungen deines Lebens hinaus sieht. Er sieht, das was gut in dir ist. Ich weiß, dass Gott weiterhin das tun wird, was er am ersten Tag der Erschaffung der Welt getan hat. Er wird die Dunkelheit und den Schmerz in unserem Leben zerstreuen und die Schönheit in jedem von uns offenbaren. Ich weiß, dass Dunkelheit, Krankheit und Tod, die durch dieses Coronavirus verursacht werden, bald vorbei sind und wir wieder lächeln werden.

Heute ist der Sonntag Laetare. Das Wort Laetare stammt aus den Worten des Propheten Jesaja an die Israeliten: "Laetare Jerusalem". Es heißt "Freue dich Jerusalem". (Is 66,10). Jesaja sprach diese Worte zu den Israeliten, um sie zu ermutigen, während sie noch im Exil waren und unter der Sklaverei litten. Es waren keine Worte der Verleugnung ihres Leidens oder ihrer Probleme, sondern des Wissens, dass Gott immer noch da ist. Und wenn er die Augen des Blinden öffnen kann, wird er Licht und Normalität in unserer Welt, in unserem Leben und in unseren Familien wieder leuchten lassen.


Kaplan Virginus Nwosu



3. Fastensonntag

07.03.2021

Aus dem Buch Exodus (Ex 20, 1-17)

In jenen Tagen sprach Gott auf dem Berg Sínai alle diese Worte: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. Du sollst dir kein Kultbild machen und keine Gestalt von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. Du sollst dich nicht vorihnen niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich bin der Herr, dein Gott, ein eifersüchtiger Gott: Ich suche die Schuld der Väter an den Kindern heim, an der dritten und vierten Generation, bei denen, die mich hassen; doch ich erweise Tausenden meine Huld bei denen, die mich lieben und meine Gebote bewahren. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht. Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du schaffen und all deine Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin und dein Vieh und dein Fremder in deinen Toren. Denn insechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbat gesegnet und ihn geheiligt. Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt! Du sollst nicht töten. Du sollst nicht die Ehe brechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen. Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren. Du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren, nicht seinen Sklaven oder seine Sklavin, sein Rind oder seinen Esel oder irgendetwas,das deinem Nächsten gehört.


2. Fastensonntag

28.02.2021


Aus dem heiligen Evangelium nach Markus (Mk 9, 2-10)

In jenen Tagen nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihnen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien ihnen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und überschattete sie und es erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemanden mehr bei sich außer Jesus.

Während sie den Berg hinabstiegen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.


Impuls

Was ist das Wichtigste dieses Sonntagsevangeliums?

Es ist in einem Nebensatz zu finden und ist so selbstverständlich –zumindest für Jesus und seine Freunde und Freundinnen damals –dass es eigentlich keine besondere Erwähnung braucht: "Während sie wieder hinabstiegen...".

Jesus und die drei Jünger blieben nicht auf dem Berg. Sie sind hinabgestiegen. Sie gingen recht bald vom Berg der Verklärung wieder hinunter.

Natürlich, das ist eine Selbstverständlichkeit, so selbstverständlich, dass es kaum einer Erwähnung wert ist. Aber es ist wichtig. Und für mich ist es heute die eigentlich wichtige Information in dieser Stelle aus dem Markusevangelium. Sie hätten ja auch oben bleiben können. Wenn es nach Petrus gegangen wäre, hätten sie es ja glatt getan.

Sie hatten ja das Größte erreicht, was man sich vorstellen konnte. Sie hatten sich über das Alltägliche erhoben, das geschaut, was bleibt und nicht vergänglich ist. Sie hatten ihr Ziel jetzt doch eigentlich schon erreicht.

Genauso, wie es sich viele Menschen vorstellen, und genau so, wie es doch auch immer wieder gepredigt wird: Wir sollen uns auf das ausrichten, was unvergänglich ist. Wir sollen uns auf Gott hin ausrichten und durch nichts von ihm ablenken lassen.

Jesus aber stieg mit ihnen wieder hinunter. Als würde er sagen wollen, dorthin sind wir gesandt, dorthin, wo die Menschen sind. Denn genau dazu ist er schließlich in die Welt gekommen, um bei den Menschen zu sein,und zwar dort, wo die Menschen leben.

Jesus hätte sich nie damit zufrieden gegeben, eine kleine, aber reine Schar von Erlösten um sich zu scharen und mit ihnen auf einen Berg, aus der Welt hinaus zu ziehen. Ihm ging es um die Menschen. Und deshalb muss es auch seiner Kirche nicht minder um genau diese Menschen gehen. Und zwar um alle, nicht um eine kleine, aber hehre Schar von Auserwählten.

Wenn wir in diesen Wochen wieder zur Besinnung aufrufen, wenn es darum geht, zur Ruhe zu kommen und einen neuen Schwerpunkt zu setzen, verstehen wir in dieser Pandemiezeit vielleicht deutlicher als sonst, dass es die Hin-wendung zum Menschen ist, die uns fehlt. Anbetung, Gebet, Meditation: All dies ist wichtig -aber nie als Selbstzweck.

Es geht nicht um eine Flucht aus diesem Leben. Es geht darum, dass unser Leben hier in Gemeinschaft gelingt.


Dass Sie die Freude an der Gemeinschaft jeden Tag spüren können, das wünscht Ihnen

Ilka Schmeing, Pastoralreferentin