02874 - 704  Pfarrei St. Franziskus Steinweg 6 46419 Isselburg
Sie sind hier: Herzlich willkommen in der Pfarrei

Impuls zum Sonntag

Impuls zum Sonntag

12. Sonntag im Jahreskreis

20.06.2021


Aus dem Evangelium nach Markus (Mk 4, 35-41)

An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern:

Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn.

Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann.

Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief.

Sie weckten ihn und riefen:

Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?

Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig,

sei still!

Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein.

Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?

Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn die-ser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?


Impuls

Wir alle kennen solche und andere Situationen aus eigenen, konkreten Erfahrungen oder Beobachtungen. Eben noch schien die Welt in Ordnung. Wir sind mit unseren alltäglichen Dingen beschäftigt und denken über das eine oder andere wie beiläufig nach. Wie aus dem Nichts bricht dann die Katastrophe herein. Todesangst, Bedrohung, Haltlosigkeit begegnen uns heute: An Corona stirbt ein lieber Mensch, mit dem wir das Leben bis eben noch geteilt haben. Plötzlich können uns Arbeitslosigkeit und der Verlust finanzieller Sicherheit drohen.

An Leib und Leben bedroht fühlen sich viele durch Lebensmittel, die immer neue todbringende Stoffe enthalten. Von Gewalt und Terrorismus sind viele Menschen plötzlich und unerwartet getroffen. Da »steht uns das Wasser bis zum Hals«. Wie hereinbrechende Wellen und ein aufkommender Sturm erscheinen diese Erfahrungen und verbinden uns mit den Ängsten der Jünger.

Wo ist Gott in unserer Not? Schläft er? So fragen viele Menschen verzweifelt in einer solchen Situation. Im heutigen Evangelium wird uns erzählt, dass Jesus, der im selben Boot ist, trotz des heftigen Sturms, schläft. Die Jünger wecken ihn. Und neben dem Nichtbegreifen, wie er angesichts solcher Not schlafen kann, mischt sich sicher bei einigen der Zorn darüber, dass er das tut. Wo ist Gott in unserer Not? Liegt er da auch irgendwo herum und schläft? Ein allwissender, allgütiger und allmächtiger Gott müsste doch intervenieren! Die Seenot der Jünger führt sie nicht nur in diese existenzielle Not – Lebensgefahr –, sondern stürzt sie auch in Zweifel. Darum diese verzweifelte Frage der Jünger an Jesus: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“

Viele Menschen schließen sich an mit der gleichen Frage: Kümmert´s dich nicht, dass wir untergehen? So fragen auch die Menschen weltweit in dieser Krisen-zeit; so fragen unzählige Menschen, die wegen Krieg und Verfolgung auf der Flucht sind. Kümmert´s dich nicht, dass ich untergehe? – Fragt sie ihn, nachdem ihr der Arzt die Diagnose und ein langsames Sterben eröffnet hat. Kümmert´s dich nicht, dass ich untergehe? – Fragt sie ihn, nachdem ihr Mann sie verlassen hat, plötzlich und unerwartet.

Kümmert´s dich nicht, dass ich untergehe? – Fragt der alte Mann, der es vor Schmerzen kaum noch aushält und einfach nicht sterben kann.

Was nützt es, ihn im Boot zu haben, wenn der Sturm an meinem Leben rüttelt? Und er? – er schläft! Während viele Menschen um Leben und Tod ringen und ihr Lebensschiff in arger Bedrängnis liegt, „schläft“ Gott. Wenden sich nicht zahllose Menschen in ihren oft schrecklichen Lebensstürmen von einem „schlafenden Gott“ ab? Eine Vertrauensfrage!


Herzlichst, Diakon Michael Scholz



11. Sonntag im Jahreskreis

13.06.2021


Lesung aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth

Wir sind immer zuversichtlich, auch wenn wir wissen, dass wir fern vom Herrn in der Fremde leben, solange wir in diesem Leib zu Hause sind; denn als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende.

Weil wir aber zuversichtlich sind, ziehen wir es vor, aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu sein. Deswegen suchen wir unsere Ehre darin, ihm zu gefallen, ob wir daheim oder in der Fremde sind. Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat.


Impuls

Kennen Sie das beklemmende Gefühl, nicht zu wissen, wie es weitergeht,

ob man aus einer Situation heil herauskommt oder nicht? Haben Sie schon

einmal Angst gehabt und sich dabei im letzten ganz allein gefühlt? Vermutlich

ja, oder?

Ich habe es immer wieder; fast jedes Mal, wenn es darum geht, Wege zu

beschreiten, die ich zuvor noch nie gegangen bin, Situationen zu erleben,

bei denen der Ausgang unsicher ist, bei denen ich mich hilflos fühle. Ein

Gefühl, das eher das genaue Gegenteil von dem beschreibt, was Paulus in

der heutigen Lesung sagt.

Paulus spricht da nämlich ein großes Wort ganz gelassen aus: "Wir sind

immer zuversichtlich..." schreibt er. "Wir sind immer zuversichtlich auch

wenn wir wissen, dass wir fern vom Herrn in der Fremde leben."

Das klingt schon beinahe zu schön um wahr zu sein. Immer zuversichtlich?

Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass Paulus so etwas wie dunkle

Stunden, Verlassenheit und auch Angst nicht gekannt haben soll.

Was aber mache ich dann, wenn ich nicht wie Paulus voller Zuversicht

bin? Paulus gibt uns auf diese Frage ja leider keine Antwort.

Wissen Sie, was ich mache, wenn ich Angst habe? Ich singe! Allein oder

mit anderen zusammen. Ich denke, das ist eines der ältesten und vielleicht

auch das beste Rezept, in solchen Situationen: immer dann nämlich, wenn

wir Angst haben, sollten wir zusammenhalten. Zu spüren, dass ich in der

Angst nicht allein bin, das hilft schon. Wenn Sie kein Paulus sind, keiner

von denen, die immer zuversichtlich sind, dann wird es Ihnen vermutlich

gar nicht anders gehen als mir, dann werden Sie, genauso wie ich, eine

Gemeinschaft, die uns trägt, ganz sicher brauchen. Dass Sie und ich, dass

wir eine solche Gemeinschaft sind, das hofft


Ilka Schmeing, Pastoralreferentin




10. Sonntag im Jahreskreis

06.06.2021

Aus dem Evangelium nach Markus (Mk 3, 20-35)

In jener Zeit ging Jesus in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen

zusammen, dass sie nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen

davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen;

denn sie sagten: Er ist von Sinnen.

Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von

Beelzebub besessen; mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen

aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Gleichnissen: Wie kann der Satan

den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen

Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand

haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann

er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch

keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er

nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, ich

sage euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben

werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der

findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm

haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er hat einen unreinen Geist.

Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben draußen stehen und ließen

ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Siehe,

deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich. Er erwiderte: Wer

ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen,

die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und

meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester

und Mutter.


Impuls

Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter

MK3:35

Das System der "Familie" ist jedem von uns gut bekannt. Für viele Menschen ist

die Familie sehr wichtig, vielleicht das Wichtigste. Zuerst kommt immer die

Familie. Nichts ist wichtiger als der Papa, die Mama oder die Kinder. Eltern leben

für ihre Kinder und die Kinder lieben ihre Eltern.

Aber wir hören im heutigen Evangelium, etwas das, dieser Position widersprecht.

Als die Menge um Jesus großer wurde, machte sich seine Familie große Sorge um

ihn, weil er mit seinen Jüngern nicht mehr Zeit für sich selbst hatte, auch um etwas

zu essen. Er beschäftigte sich nur mit der Not der Menschen, die ihn bedrängten.

Deshalb wollten seine Angehörigen ihn zurückholen in den Schoß der Familie.

Aber als jemand ihm Bescheid sagte: „Deine Mutter und deine Brüder stehen

draußen und fragen nach dir“, da wies er sie schroff zurück mit der Frage: „Wer

ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“ Und er gibt gleich selbst die

Antwort darauf: „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und

Schwester und Mutter.“

So gibt er uns ein Idealbild von der Kirche: Wir sind die Familie von Jesus, die

Familie des neu anbrechenden Reiches, die „Familie Gottes“ im Heiligen Geist,

Brüder und Schwestern - und sogar „Mutter“ von Jesus. Die Familie wird für

Jesus nicht nur durch Blutsbande definiert, sondern es erstreckt sich auch auf

Bindungen des Glaubens und sogar der Freundschaft. Die Familie sind nicht nur

diejenigen, die mit ihm im Blut verbunden sind, sondern auch alle, die die

Botschaft Christi annehmen und darauf achten.

Meditation

„Wie weit bin ich auf dem Weg,

auf dem Weg zu Gott?

Ja sagen zu Gott heißt,

seinen Willen erfüllen.

Glauben erschöpft sich nicht

im Bekenntnis der Lippen,

Glaube erfüllt sich

in der Hingabe des Menschen

an den Willen des Vaters.“


Kaplan Virginus Nwosu



Pfarrgemeinde St. Franziskus Isselburg

Dreifaltigkeitssonntag

23.05.2021

Aus dem Evangelium nach Matthäus (Mt 28,16-20)

In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den

Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor

ihm nieder, einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und

sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf

der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern;

tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des

Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch

geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende

der Welt.

Impuls

Trinität - Trini ...was?

Trinität heißt übersetzt Dreifaltigkeit. Und damit ist gemeint:

Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Drei Götter

oder was?

Jahrhundertelang wurde über das Wesen Gottes gestritten.

Tausende von Theologen haben immer wieder diskutiert und

tun dies heute noch. Denn wie Gott aussieht, wie er ist, dafür

gibt es keine Beweise, nur Modelle, Bilder und Symbole.

Es ist wichtig, dass ich selbst ein Bild von Gott im Herzen

habe, welches zudem lebendig ist. Dann kann ich mich mit

anderen austauschen und mein Gottesbild wächst ein Leben

lang – bis ich IHN von Angesicht zu Angesicht schaue.


In einem Lied von Anton Rotzetter heißt es:

Der mich atmen lässt, bist Du, lebendiger Gott,

der mich leben lässt, bist Du, lebendiger Gott.

Der mich schweigen lässt, bist Du, lebendiger Gott,

der mich atmen lässt, bist Du, lebendiger Gott.


Der mich warten lässt, bist Du, lebendiger Gott,

der mich handeln lässt, bist Du, lebendiger Gott.

Der mich Mensch sein lässt, bist Du, lebendiger Gott,

der mich atmen lässt, bist Du, lebendiger Gott.


Der mich glauben lässt, bist Du, lebendiger Gott,

der mich hoffen lässt, bist Du, lebendiger Gott.

Der mich lieben lässt, bist Du, lebendiger Gott,

der mich atmen lässt, bist Du, lebendiger Gott.


Gott Vater

Wo erlebe ich mich als Geschöpf Gottes?

Wo sind meine Grenzen und meine Stärken?

Gott Sohn - Jesus Christus

Wo lebe ich wie Jesus und folge IHM nach?

Wo bin ich heilsam für Menschen in meiner Umgebung,

schlichte Streit, bringe Frieden, schenke Liebe?

Gott Heiliger Geist

Wo spüre ich den Heiligen Geist, der mich zum Guten lenkt?

Wo merke ich, dass mich Gott begleitet und beschützt?

Und im Internet: https://www.youtube.com/watch?v=GEX4fRnFAS8

Pastor Klaus Winkel


Impuls zum Pfingstfest

23.05.2021

Aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 15, 26-27; 16,12-15)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. Und auch ihr legt Zeugnis ab, weil ihr von Anfang an bei mir seid.

Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.

Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Impuls

Der Auftrag an die Jünger ist klar: Sie sollen Zeugnis für Jesus Christus ablegen. Und weil das schwer ist, verspricht Jesus ihnen - und damit auch uns – seinen Beistand, den Heiligen Geist.

Dieser Heilige Geist erreicht die verängstigten Jünger an Pfingsten, und er befähigt sie, so zu den Menschen zu reden, dass jeder sie verstehen kann. Sie sprechen eine Sprache, die gemeinsame Sprache des Glaubens.

Warum fällt es uns in unserer Kirche immer wieder so schwer, das zu tun: So miteinander zu sprechen, dass wir uns verstehen? Warum lassen wir zu, dass die Kirche sich spaltet, statt eins zu sein und dass Menschen sich von ihr ausgeschlossen fühlen? Warum reden wir nebeneinander her statt miteinander, warum nicht von Angesicht zu Angesicht warum nicht auf Augenhöhe? Das ist schade, doch es lohnt sich, es immer wieder zu versuchen. Der Heilige Geist, der uns dabei hilft, ist da. Wir müssen nur aufmerksam sein für sein Brausen, dann können wir Feuer und Flamme sein für seine Botschaft und Zeugnis ablegen für ihn, Jesus Christus.

Herr, erwecke deine Kirche

und fange bei mir an.

Herr, baue deine Gemeinde

und fange bei mir an.

Herr, lass Frieden und Gotterkenntnis überall auf Erden kommen

und fange bei mir an.

Herr, bringe deine Liebe und Wahrheit zu allen Menschen

und fange bei mir an.

Amen.

Pastoralassistentin Maria Thier


7. Sonntag der Osterzeit

16.05.2021


Aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 17, 6a.11b-19)

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach:

Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast.

Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir! Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllte.

Aber jetzt komme ich zu dir und rede dies noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.

Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.


Impuls

Der Sonntag zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten ist eine gute Zeit, um sich bewusst zu machen, welche Worte Jesus uns in seinem Gebet hinterlassen hat; nämlich: "Damit sie eins sind wie wir!".

Jesus kannte die Neigung der Menschen zu Spaltung, Streit und Meinungsverschiedenheiten zu gut. Er wusste, dass jeder seinen eigenen Weg gehen will.

Unter seinen ersten Anhängern gab es eine große Diversität. Es gab die Gebildeten und die Ungebildeten, Juden und Nichtjuden, Pharisäer und Sadduzäer, Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Kulturen. Alle Verschiedenheiten, die wir heute möglicherweise unter uns finden können, existierten auch damals. Und Jesus wusste, dass diese Verschiedenheiten die Macht haben, seine Kinder aus-einander zu reißen. Deswegen hat er zu seinem Vater um ihre Einheit gebetet.

Die große Frage heute wäre natürlich: Wie können wir diese Einheit in der heutigen Weltkirche erreichen, angesichts die vielen Agitationen und Spannungen, die die Kirche heute bedrohen?

Die Kirche muss mithilfe des Heiligen Geistes die Herausforderungen ansprechen. Ist diese Situation für die Kirche leicht? Natürlich nicht. Sollten wir dann aufgeben oder gegen die Kirche streiten? Nein!!!

In all diesen Situationen sollten wir der Kirche vertrauen und sie mit unserem Gebet unterstützen. Unser Gebet kann sie in dieser Zeit gebrauchen, weil die Verantwortung, die sie trägt (nicht nur für jede einzelne Kirche, sondern auch für die Weltkirche), nicht einfach ist. Lasst uns wie Jesus, dem das Haupt der Kirche ist, für die Einheit der Christen immer beten.


Denn wenn wir um Einheit beten, ...

dann wollen wir Schritte aufeinander zugehen.

dann geben wir die Hoffnung nicht auf,

dass wir uns nicht weiter voneinander entfernen.

dann haben wir den Mut, auch das scheinbar Unmögliche zu wagen.

dann haben wir auch die Kraft, einander zu verzeihen.

dann träumen wir von wahrer Gemeinschaft.

dann vertrauen wir auf den Heiligen Geist der Liebe,

der Erkenntnis und der Umkehr.

dann lieben wir unsere Brüder und Schwestern im Glauben.

dann glauben wir, dass Beten etwas verändert.

dann wissen wir, dass unser Glaube trägt.


Kaplan Virginus Nwosu



13.05.2021

Aus dem Evangelium nach Markus (Mk 16, 15-20)

In jenen Tagen sprach Jesus zu seinen Jüngern: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.

Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden. Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und verkündeten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte das Wort durch die Zeichen, die es begleiteten.

Impuls

An Christi Himmelfahrt geht unser Blick meistens nach oben; dahin also, wo wir den "Himmel" vermuten, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Eigentlich aber sollten wir „neben uns“ schauen…denn Christus ist gerade als der auferstandene und erhöhte Herr seiner Kirche und damit uns Menschen auf ganz neue Weise nahegekommen. Er sendet uns zu allen Menschen und be-gleitet uns mit der Zusage seiner Gegenwart.

Wenn wir Eucharistie feiern können, dann ist das Danksagung an den Vater für Jesus Christus. Aber auch Mission und Sendung in die Welt.

Jetzt in der Zeit, in der wir nicht zusammenkommen können, ist unser Christsein auch das Aushalten in der unvollendeten Welt.


Meditation

Bleibe bei uns, Herr!, so beten wir mit den Jüngern.

Bleibe bei uns, Herr! Geh nicht weg - wir brauchen dich!

Du, Herr Jesus Christus, bist bei uns geblieben für immer.

Du bist bei uns alle Tage bis zum Ende der Welt.

Deine Himmelfahrt ist ein Versprechen an uns:

Unsere Fragen bleiben nicht unbeantwortet,

unser Suchen nicht ohne Ziel,

unsere Bitten nicht ohne die Gewissheit, dass du uns verstehst.

Mit dir hat unser Menschsein einen Platz in Gott gefunden.

Mit deinem Heiligen Geist

hat deine alles vollendende Macht einen Platz unter uns gefunden.

Durch dich beten wir zum Vater.

Du nimmst unser Gebet mit zu ihm.

So machst du unsere Not zur Sorge Gottes.

Mit dir haben wir einen Namen vor ihm.

An allen Tagen bist du bei uns.

Wir können uns darauf verlassen,

dass du uns niemals verlässt.


Pastoralreferentin Ilka Schmeing