02874 - 704  Pfarrei St. Franziskus Steinweg 6 46419 Isselburg
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Impuls zum Sonntag

1. Adventssonntag

29.11.2020


Seht euch vor und bleibt wach!“

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus (Mk 13, 33-37)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Gebt Acht und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.

Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug die Vollmacht seinen Knechten, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!


Impuls

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt! Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier. Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt.“

Sie kennen dieses nette Verslein. Das Evangelium vom 1. Advent ist nicht so harmlos und sentimental. Wir warten ja nicht auf das Christkind an Weihnachten, sondern auf den Christus am Ende der Zeit. Nicht vorweihnachtlich-roman-tische Gefühle sollen unser Leben bestimmen, sondern ein waches und bewusstes Christ sein im Hier und Jetzt.

Die Liturgie vom 1. Advent will uns aufwecken und wachrütteln zu einem bewussten Leben - in der Erwartung des wiederkommenden Christus.

Und wenn ab dem 1. Dezember viele kleine und große Kinder jeden Tag mit Spannung zum Adventskalender gehen, um das tägliche Geheimnis seines Inhaltes zu lüften, dann liegt auch hier die Intention ganz klar darin, die Vorfreude zu wecken. Die Vorfreude auf das Weihnachtsfest! Die wache Erwartung, dass da etwas ganz wunderbares geschieht, ein Wunder Wirklichkeit wird.

Die Adventszeit ist die Zeit, in der Türen geöffnet werden. Nicht nur die Türchen der Schokoladenkalender. Nein, auch so manche Herzenstür öffnet sich und zeigt sich wach für die Not anderer Menschen. Viele Leute spenden gerade vor Weih-nachten großzügiger als zu jeder anderen Zeit im Jahr.

Und schlussendlich ist der Advent für viele Menschen eine Zeit, wieder aufs Neue die Tür zum eigenen Ich zu öffnen, mir selbst zu begegnen und mich selbst neu kennen und neu verstehen zu lernen. Eine besinnliche Zeit!

Wir – das Seelsorgeteam hier in St. Franziskus – wir haben uns ein paar „Türchen“ ausgedacht, wie Sie alle auch in diesen kontaktarmen Zeiten wenigstens zu sich selbst finden können – völlig ungefährlich:

Wir bieten einen spannenden „Adventskalender“ in Form einer 24-teiligen Ge-schichte an, wir laden ein zu den sonntäglichen Sternstunden in jeder Kirche von 17.00 bis 18.30 Uhr, wir laden ein zu Adventsfrühschichten, zu Andachten und Rorate-Gottesdiensten.

Auf den Plakaten stehen alle Angebote aufgelistet. Seien Sie uns und sich selbst herzlich willkommen!


Ilka Schmeing, Pastoralreferentin



33. Sonntag im Jahreskreis

15.11.2020


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus (Mt 25, 14-30)

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging. Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab. Sofort ging der Diener, der die fünf Talente erhalten hatte hin, wirtschaftete mit ihnen und gewann noch fünf weitere dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei weitere dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn. Nach langer Zeit kehrte der Herr jener Diener zurück und hielt Abrechnung mit ihnen. Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn! Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du tüchtiger und treuer Diener. Über Weniges warst du treu, über Vieles werde ich dich setzen. Komm, nimm teil am Freudenfest deines Herrn! Es kam aber auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mensch bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Sieh her, hier hast du das Deine. Sein Herr antwortete und sprach zu ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Du hättest mein Geld auf die Bank bringen müssen, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Nehmt ihm also das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben werden und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.


Impuls

Was ist Ihnen lieber: Suff oder Halbschlaf?

Neulich hat mal jemand zu mir gesagt: "Man kann das Leben nur im Suff oder im Halbschlaf durchstehen!"

Klar, das ist keine wirkliche Lebensphilosophie. Das sind Sätze, die man halt so daher sagt, meist ohne viel zu überlegen. Manchmal aber verraten solche Sätze weit mehr als es auf den ersten Blick scheint.

Im Suff -das heißt wie berauscht. Da wird gelebt, ohne einen klaren Gedanken zu fassen, einfach nach dem Motto "Genießt die Welt!". Alles was noch kommen mag, das wird dann ganz weit weggeschoben. Ich will es gar nicht erst wissen, ganz fest die Augen zu. Immer nach dem Motto: Augen zu und durch.

Nein, meint Paulus: Wach und nüchtern!(siehe 1 Tess 5, 1-6)Das ginge! Man könne es wach und nüchtern durchstehen. Zumindest für den, der an die Zusage Gottes glaubt. Egal was auch geschieht, auch wenn es in keinster Weise das ist, was wir uns erwarten, nicht einmal das, was wir insgeheim erhoffen, selbst wenn es genau jenes wäre, wovor wir am meisten Angst hätten und am liebsten davonlaufen würden, Jesus Christus sagt uns, dass wir nie allein sein werden und dass er uns in seiner Hand auffängt, egal, was geschieht.

Das Evangelium sagt uns,wie es gehen kann:

Unsere Talente sind gefordert. Aber da geht es heute nicht um Leistung, letztlich geht es um Mut. Den Menschen, die sich mit dieser Stelle konfrontieren lassen, sagt der Evangelist nämlich: Traut euch! Macht was mit den Fähigkeiten, die euch anvertraut wurden. Und habt keine Angst, dass ihr den Erwartungen nicht gerecht würdet. Denn die einzige Erwartung, die Gott letztlich an uns hat, ist tatsächlich, dass wir unsere Gaben auch wirklich einsetzen. Hellwach und nüchtern!


Eine wache und gute Woche wünscht Ihnen

Ilka Schmeing, Pastoralreferentin



32. Sonntag im Jahreskreis

08.11.2020

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus (Mt, 5, 1-12a)


In jener Zeit erzählte Jesus den Jüngern folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die Törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die Klugen aber nahmen mit ihren Lampen noch Ölin Krügen mit. Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.

Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf: Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus! Die Klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es nicht für uns und für euch; geht lieber zu den Händlern und kauft es euch!

Während sie noch unterwegs waren, um es zu kaufen, kam der Bräutigam. Die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen. Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Impuls

Einmal sprach er über die Wachsamkeit und brachte folgendes Beispiel: Nachdem sie keine Jungfrauen mehr waren und vom Leben nichts mehr zu erwarten hatten, erinnerten sich die Frauen ihrer Vergangenheit nicht mehr, zogen Trauerkleider an und machten sich auf den Weg. Sie wollten von jetzt an auf den himmlischen Bräutigam warten. Da sie jedoch lange warten mussten, wandten sie sich frommen Schriften zu, suchten die verschiedenen Wallfahrtsorte auf, vertieften sich in geheimnisvolle Prophezeiungen, um mehr über die Zukunft zu erfahren. Sie klagten über den Sittenverfall der Zeit und über die Verdorbenheit der Menschen und sprachen nur noch vom Untergang der Welt.

Als der Bräutigam auch nach der dritten Nachtwache nicht kam, wurden sie unerträglich. Sie liefen mit verweinten Augen umher und verbreiteten an allen Orten Angst und Missmut, so dass die Menschen schließlich den Umgang mit ihnen gänzlich mieden. Sie aber sahen darin den Beweis, dass sie Gott sehr nahe sind. Und meinten, ihre Sehnsucht nach dem Himmel hätte sie von den Menschen und von der Welt entfernt.

Einmal sagte er zu ihnen:

Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichtes nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt Kapharnaum.

Da dachten einige bei sich: Wenn so große Sünder nicht verloren gehen, dann müssen wir uns wegen unserer kleinen Vergehen keine Sorgen machen.


Diakon Michael Scholz


für Allerheiligen

01.11.2020


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus (Mt, 5, 1-12a)

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten,

stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm.

Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm

sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die

Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen;

denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und

dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.

Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die

rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen. Selig, die

Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.

Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen

gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und

verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch

und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.


Gotteslob Nummer 458

1. Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt.

Selig seid ihr, wenn ihr Lasten tragt.

2. Selig seid ihr, wenn ihr lieben lernt.

Selig seid ihr, wenn ihr Güte wagt.

3. Selig seid ihr, wenn ihr Leiden merkt.

Selig seid ihr, wenn ihr ehrlich bleibt.

4. Selig seid ihr, wenn ihr Frieden macht.

Selig seid ihr, wenn ihr Unrecht spürt.


Die Heiligen von nebenan

(aus „Gaudete et exsultate“ von Papst Franziskus)

Denken wir nicht nur an die, die bereits selig- oder heiliggesprochen

wurden. Der Heilige Geist verströmt Heiligkeit überall, in das ganze

heilige gläubige Gottesvolk hinein, denn es hat Gott gefallen, die

Menschen nicht einzeln und unabhängig von aller wechselseitigen

Verbindung zu heiligen und zu retten, sondern sie zu einem Volke zu

machen, das ihn in Wahrheit anerkennen und ihm in Heiligkeit

dienen soll. Der Herr hat in der Heilsgeschichte ein Volk gerettet. Es

gibt keine vollständige Identität ohne Zugehörigkeit zu einem Volk.

Deshalb kann sich niemand allein, als isoliertes Individuum, retten,

sondern Gott zieht uns an, wobei er das komplexe Geflecht

zwischenmenschlicher Beziehungen berücksichtigt, das der menschlichen

Gemeinschaft innewohnt: Gott wollte in eine soziale Dynamik

eintreten, in die Dynamik eines Volkes.

Es gefällt mir, die Heiligkeit im geduldigen Volk Gottes zu sehen: in

den Eltern, die ihre Kinder mit so viel Liebe erziehen, in den

Männern und Frauen, die arbeiten, um das tägliche Brot nach Hause

zu bringen, in den Kranken, in den älteren Ordensfrauen, die weiter

lächeln. In dieser Beständigkeit eines tagtäglichen Voranschreitens

sehe ich die Heiligkeit der streitenden Kirche. Oft ist das die

Heiligkeit „von nebenan“, derer, die in unserer Nähe wohnen und die

ein Widerschein der Gegenwart Gottes sind, oder, um es anders

auszudrücken, die Mittelschicht der Heiligkeit.


Gotteslob Nummer 459

1. Selig seid ihr, wenn ihr Wunden heilt,

Trauer und Trost miteinander teilt.

2. Selig seid ihr, wenn ihr Krüge füllt,

Hunger und Durst füreinander stillt.

3. Selig seid ihr, wenn ihr Fesseln sprengt,

arglos und gut voneinander denkt.

4. Selig seid ihr, wenn ihr Schuld verzeiht,

Stütze und Halt aneinander seid.


Pastor Klaus Winkel



für den 29. Sonntag im Jahreskreis

18.10.2020

aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus (Mt 22, 15-21)

Damals kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst und wahrhaftig den Weg Gottes lehrst und auf niemanden Rücksicht nimmst, denn du siehst nicht auf die Person. Sag uns also: Was meinst du? Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?

Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum versucht ihr mich? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!


Impuls:

Jesus gibt uns heute einen guten Rat: "Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört." Damit lädt er uns ein, alles menschliche Tun in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Denn Gott allein ist der Herr von allem, und außer ihm gibt es keinen Gott.

Die Alternative „Gott oder Kaiser“ gibt es für Christus und die Christen nicht. Der Kaiser gehört auf die Seite der Menschen, er kann Gott gar nicht gefährlich werden. Für Jesus ist es wichtig, das ganze Leben im Licht Gottes zu sehen. Die so genannte „Welt“ mag ihre eigenen Gesetze haben; die Welt als Ganzes aber gehört Gott. Eine strikte Trennung von „geistlich“ und „weltlich“ gibt es darum für das Christentum nicht. Wenn die Welt Gott gehört, dann gibt es nichts und niemanden, für den Gott sich nicht interessiert.

„Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“: Sollen wir also den „weltlichen“ Mächten um uns herum bedingungslos geben, was sie haben wollen? Keineswegs!

Die Grenze beginnt dort, wo Jesus sagt: „... und Gott, was Gottes ist.“ Das ist viel wichtiger, das ist viel mehr. Nicht der Titel des Kaisers ist wichtig, nicht die Steuer –das alles ist ja bloß Menschenwerk. Gott ist wichtig! Er ist der größere Zusammenhang von allem. Wo seinem Willen nicht mehr entsprochen wird, da gilt es, den Kaisern von heute –in Politik, Wirtschaft, Ethik –ihre Grenzen zu zeigen. Die Antwort Jesu ist kein Patentrezept; sie bürdet uns allen die Entscheidung auf, zu klären, wo Menschenrecht verletzt wird. Denn wo die Würde des Menschen auf dem Spiel steht, da geht es um die Sache Gottes!

Aufgabe von uns Christen ist es, das Ganze des Lebens in den Blick zu nehmen. Und aus der Perspektive des Evangeliums ein mutiges Wort zu wagen, Alternativen aufzuzeigen und zu leben.

Und wie das immer so ist: Ein jeder fange ei sich selber an! Da gibt es so manchen „Kaiser“ zu relativieren, da gilt es viele Götzenbilder zu entlarven. Gott und Welt, das sind eben nicht zwei Paar Schuhe. Die Welt gehört Gott!

Wenn wir heute den Sonntag feiern, wissen wir, von wem wir auch im Alltag gehalten sind. Christus, dessen Leben wir feiern, geht mit uns durch die kommende Woche.


Eine gute Woche wünscht Ihnen


Ilka Schmeing, Pastoralreferentin



für den 30. Sonntag im Jahreskreis

25.10.2020


Lesung aus dem Buch Exodus (Ex 22, 20-26)

Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid im Land Ägypten Fremde gewesen. Ihr sollt keine Witwe oder Waise ausnützen. Wenn du sie ausnützt und sie zu mir schreit, werde ich auf ihren Klageschrei hören. Mein Zorn wird entbrennen und ich werde euch mit dem Schwert umbringen, sodass eure Frauen zu Witwen und eure Söhne zu Waisen werden. Leihst du einem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt, Geld, dann sollst du dich gegen ihn nicht wie ein Gläubiger benehmen. Ihr sollt von ihm keinen Zins fordern. Nimmst du von einem Mitbürger den Mantel zum Pfand, dann sollst du ihn bis Sonnenuntergang zurückgeben;denn es ist seine einzige Decke, der Mantel, mit dem er seinen bloßen Leib bedeckt. Worin soll er sonst schlafen? Wenn er zu mir schreit, höre ich es, denn ich habe Mitleid.


Impuls zum Weltmissionssonntag

Heute ist der Sonntag der Weltkirche, der sogenannte„Weltmissions-sonntag“.Das Wort Mission kommt vom lateinischen Wort „Missio“, das heißt übersetzt „Sendung“.

Der Auftrag zur Mission stammt aus dem Neuen Testament selbst, von der Sendung des auferstandenen Jesus: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“

Liebe Schwestern und Brüder, am heutigen Missionssonntag sendet Gott euch und mich aus, sowohl als seine Boten und auch als Botschaft; als Botschaft von Liebe. Liebe ist mehr als ein Wort. Es ist eine Tat, eine Haltung, die unseren Alltag bestimmen sollte. Lieben heißt: sich in andere einzufühlen sowie wertschätzend und achtsam mit deren Bedürfnissen umzugehen. Davon spricht auch die heutige Lesung aus dem Buch Exodus.

Sie beschreibt auf konkrete Weise, wie Menschen einander begegnen sollen: die Fremden und die Armen nicht ausbeuten; Witwen und Waisen nicht ausnützen. Halten sich die Menschen daran, wird es ihnen gut ergehen; wenn nicht, gibt es Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Hass und Krieg.

Das erklärt wahrscheinlich, warum es in vielen Teilen der Welt immer noch Krieg, Hunger, Ungerechtigkeit und Ausbeutung gibt. Weil die Welt sich nicht an dieses Gebot der Liebe hält. Wir sind mehr und mehr egoistisch geworden. Der Wert eines Landes hängt von seinem wirtschaftlichen Wert ab und nicht vom Leben seiner Menschen.

Die aktuelle Situation in Westafrika, besonders in Nigeria,Syrien, im Iran, Libyen, Jemen, Libanon sind Zeugnisse dieser Tatsache, dass Öl mehr als menschliches Leben wert ist.

Der Weltmissionssonntag ist ein Tag der weltweiten Solidarität der Christen. Ein Tag, an dem Liebe wieder lebendig wird,an dem wir ein Licht in der Dunkelheit unserer Welt anzünden können.


Gebet:

Allmächtiger und ewiger Gott,

lass uns ein Licht anzünden,

unsere Hoffnung will aufleuchten:

Denn du, unser Gott, bist treu.

Du sorgst dich um deine Kinder

in Not und Bedrängnis.


Lass uns aufstehen in deinem Namen

gegen Bedrohung und Gewalt.

Lass uns einstehen mit deinem Wort

für Gerechtigkeit und Menschenwürde.


Lass uns eintreten in deinem Geist

für Verständigung und Versöhnung.

Öffne unsere Herzen und unsere Hände,

damit Kummer in sich Freude verwandelt,

wenn die Bedrängten deine Güte erfahren

durch Taten der Liebe. -Amen.


Kaplan Virginus Nwosu