Kevelaer-Fußpilger

Wohl bereits seit 1835 gibt es die Fußwallfahrt nach Kevelaer. Jedes Jahr am 2.September-Wochenende machen sich die Isselburger Pilger auf den 42 km langen Weg nach Kevelaer zu Maria, Trösterin der Betrübten.

Im Jahr 2018 machten sich 106 Menschen auf diesen Weg, darunter viele Jugendliche, 20 Neupilger und viele, die bereits seit Jahren dabei sind.

Das 5 köpfige Leitungsteam, unterstützt von Begleitern und Helfern, lädt alle ein, an der Wallfahrt 2019 am 7. und 8. September teilzunehmen.

Anmeldungen nimmt Michael Hackfort ab Mai entgegen unter der Telefonnummer 02874/45265.

Montag, 10. September 2018

Bericht der Kevelaer Fußpilger 2018

„Suche Frieden“

Immer am 2. Samstag in September geht es geschäftig zu um 3:30h in Isselburg vor der St.-Bartholomäus Kirche: Rucksäcke werden verstaut, letzte Koffer in den Hänger geladen.

Leise Musik und Kerzenschein lockt die 76 Fußpilger in die dunkle Kirche. Ein kurzer Text von Andrea Wesendonk zum diesjährigen Kevelaerer Wallfahrtsmotto „Suche Frieden“ lädt alle dazu ein, unterwegs nach Zeichen des Friedens Ausschau zu halten. Zur Erinnerung daran bekommt jeder eine weiße Feder, vielleicht von einer Friedenstaube, vielleicht vom Engel, der den Menschen an der Krippe den Frieden verkündete. Pfarrer Josephat, der die Pilger zum 6. Mal begleitet, spricht ein kurzes Gebet und sehr pünktlich geht es um 3:58h Richtung Kevelaer durch die 11°c kalte, sternenklare Nacht. Begleitet werden die Pilger vom Heidewagen mit Michael Löhrmann, dem Bulli mit Paul und Doris Blümer, dem Kameramann Harry Tiemessen und Nicole Zimmermann in den Begleitfahrzeugen und dem Roten-Kreuz, dieses Jahr von Nic und Frederic.

In Heelden, Empel und Rees reihen sich immer mehr Pilger ein, die um 6:00h mit der Ponte in Rees den Rhein überqueren. Für das frühe Aufstehen, werden sie mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt. Aufgrund des Niedrigwassers fährt die Ponte einen kleinen Umweg durch die Flutmulde.

Um 7:45h wird es in Marienbaum in der Kirche wieder kurz ruhig, Frieden von A-Z wird betrachtet, von „Alle anderen achten“ bis „Zusammen Träume verwirklichen“.

In Marienbaum wartet Frau Verholen bereits mit dem Frühstück. Michael Hackfort begrüßt hier noch mal alle Neupilger, dieses Jahr 20 an der Zahl.

Da Pfarrer Josephat uns dieses Jahr Richtung Münster verlässt, bekommt er von den Pilgern ein Abschieds-T-Shirt, auf dem alle unterschreiben. Zusätzlich steht ein Sparschwein bereit, in das jeder eine Spende werfen kann. Dieses Schwein wird zu in einer Woche zum Abschied bekommen. Das T-Shirt geht durch die Reihen, ebenso wie die Anwesenheitsliste mit Adressen und die Pilgerkasse, in die jeder Pilger 10,-€ einzahlt.

Pünktlich verlassen 96 Pilger Marienbaum. Die nächsten Etappen verlaufen ohne größere Zwischenfälle.

Die Pilger erreichen Kevelaer mit etwas Verspätung, wo Pastor Winkel mit den Radpilgern und den Angehörigen geduldig wartet, vielleicht auch ob des diesjährigen Themas sind die Fußpilger ziemlich entspannt, weil sie wissen, dass Pastor Winkel nicht ohne sie einziehen wird.

Gemeinsam mit Radpilgern und Angehörigen ziehen 96 Fußpilger mit Bannern singend zur Gnadenkapelle, wo sie nach einem kurzen Gebet von der Wallfahrtsleitung, dieses Jahr von Pastoralreferent Dr. Bastian Rütten, begrüßt werden.

Das Programm ist wie in den Vorjahren, 15:00h großer Kreuzweg mit Pastor Winkel, 16:00h kleiner Kreuzweg mit Georg Hakvoort, 17:00h Pilgermesse in der Beichtkapelle.

Die Kapelle ist wieder bis auf den letzten Platz gefüllt, der Isselburger Frauenchor hat sich auf den Weg nach Kevelaer gemacht, um mit Chorleitung und Pilgerin Andrea Wesendonk den Gottesdienst feierlich mitzugestalten. Auf allen Sitzplätzen liegen Decken mit der Aufschrift „Friedenssitz“, die die KFD Isselburg liebevoll für die Pilger genäht und beschriftet hat.

Im Gottesdienst ging es natürlich wieder um Frieden, nicht um weichgespülten Frieden, den ich im Liegestuhl erwarte, sondern um Frieden, den der Revolutionär Jesus uns bringen will: mutiger , gerechter Friede, der uns aufrütteln und handeln lassen will.

Am Ende des Gottesdienstes werden die Jubilare geehrt:

10x

Aaron Hackfort, Elisabeth Ehringfeld, Franz Ingenhorst

15x

Alex Mäteling, Luis Mendes

25x

Josef Bonnes

45x

Angela Zimmermann

Am Abend besuchen viele Pilger die Lichterprozession, die mit dem Schrein der Reliquien der Heiligen Bernadette Soubirous von Lourdes durch die Straßen von Kevelaer zieht. Viele sind davon sehr ergriffen.

Am nächsten Morgen machen sich 65 Pilger wieder auf den Rückweg nach Isselburg. Ohne Zwischenfälle erreichen sie wie geplant die Gaststätten, setzen mit der Ponte über den Rhein und erreichen mit den Jüngsten, die in Marienbaum und Rees dazustoßen wieder pünktlich ihre Heimatstadt. Um 19:45h warten Angehörige, Bannerabordnungen, die Pfarrer Winkel, Josephat und Virginus auf die mittlerweile wieder 82köpfige Pilgergruppe und ziehen gemeinsam in einer Lichterprozession über die Minervastrasse in die St.-Bartholomäuskirche ein, wo sie den Schlusssegen empfangen.

Nach dem Segen heißt es Abschied nehmen. Es fließen Tränen, viele glückliche und erschöpfte Pilger machen sich nun auf nach Hause, um wunde Füße und schmerzende Muskeln zu pflegen und sich auf das nächste Jahr zu freuen.

Auf die Frage, was dieses Jahr besonders war, antworten die meisten: „ das Thema“ Frieden suchen, Frieden finden, mein persönlicher Frieden und auch Frieden mit dem anderen ließen manchen Kilometer wie auf Federn gehen. Und wieder neu entdecken, wo der Friede sich oft versteckt.

Die Wallfahrt verlief sehr harmonisch, das Wetter konnte nicht besser sein, ein Sonne-Wolken Mix mit 20-22°C, wenig Kreislaufbeschwerden, die üblichen Blasen und Gelenkbeschwerden, vom Roten-Kreuz fachmännisch versorgt.

Einen herzlichen Dank an alle, die sich eingebracht haben, gefahren, gefilmt, fotografiert, organisiert, genäht, vorgebetet, gesungen, gespielt, sich gekümmert und dazu beigetragen haben, dass unsere diesjährige Wallfahrt wieder ein voller Erfolg war!

Unsere Jubilare

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