IHM-Schwestern feiern ihr Kloster
Ein Kloster mitten in Isselburg: Die IHM-Schwestern feiern ihre Gründung. Bereits seit 2024 leben und arbeiten sie in Isselburg. Schwester Maria Ebelechukwu Ugwa gibt Einblicke in ihre Arbeit.
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Ein neues Kloster mitten in Isselburg? Für viele klingt das ungewöhnlich. Doch wer die Schwestern im blauen Habit schon in Isselburg und im St.-Elisabeth-Haus getroffen hat, weiß: Sie gehören schon länger zum Ort. Am Samstag feiern sie nun ganz offiziell die Gründung ihres Klosters.
"Sisters of the Immaculate Heart of Mary, Mother of Christ" (IHM) heißt der katholische Orden, auf Deutsch "Schwestern vom Unbefleckten Herzen Mariens, Mutter Christi". Seit Mitte 2024 wohnen einige von ihnen im Schwesternwohnheim des St.-Elisabeth-Hauses in Isselburg.
Die IHM-Schwestern gehen alle weltlichen, aber gemeinnützigen Berufen nach. Sie sind als Krankenschwestern und Ärztinnen aktiv, arbeiten als Lehrerinnen oder Erzieherinnen. In Isselburg sind sie Krankenschwestern: Schwester Cynthia und Schwester Ebele – so sind sie vielen Bewohnern bekannt – arbeiten im St.-Elisabeth-Haus, die beiden weiteren Schwestern sind derzeit in der Ausbildung.
"Um Seele kümmern"
Gegründet wurde der Orden 1937 durch den irischen Erzbischof Charles Heerey in Nigeria, wo er als Missionar unterwegs war. Besonders ging es ihm um die Stellung der Frauen, der Benachteiligten, der Kranken und der Kinder. Die stehen auch heute noch im Fokus der Ordensschwestern. Geleitet wird der Orden von einer Generaloberin in Nigeria. Für Deutschland ist Schwester Maria Ebelechukwu Ugwa zuständig, die ebenfalls in Isselburg ihr neues Zuhause gefunden hat.
Ihre Devise: "Nicht einfach pflegen, sondern auch um die Seele kümmern". Wenn sie ins Kloster eintreten, legen sie ein Gelübde zu drei Punkten ab: Gehorsam, Keuschheit und Armut. Ihre Hauptwerte sind Demut und Mitgefühl, erzählt Schwester Ebele. Diese Werte sind ihr auch bei ihrer Arbeit besonders wichtig. Neben ihren Schichten im Seniorenhaus gehören Gebetszeiten fest zum Alltag. Die Gebetszeiten können dabei teilweise flexibel gestaltet werden, damit niemand durch den Beruf unter Stress gerät. "Wir sind Menschen, wir bleiben Menschen", sagt sie.
Als Kind habe sie Ärztin werden wollen. Im Kloster habe man sie dann jedoch als Krankenschwester gebraucht. "Ich habe den Glauben, das möchte Gott von mir", sagt sie und ergänzt: "Ich bin bis heute sehr zufrieden als Krankenschwester." Ihr Weg ins Kloster war für sie dabei schon früh klar. "Als ich in Nigeria war, war es noch so, dass Frauen nicht in die Schule durften", erzählt sie. Aber ihr Vater war anderer Meinung und habe sich dafür eingesetzt. In der Stadt, in der sie zur Schule ging, hatte sie das erste Mal ein Kloster gesehen, sagt sie und erinnert sich an einen Schlüsselmoment zurück. Auf dem Gelände des Klosters stand ein Obstbaum, von dem die Kinder sich die Früchte holen durften. Ein anderes Kind nahm sie mit hin – doch dann blieb sie vor den Toren des Klosters stehen. "Ich gehe nicht wegen Obst herein", hatte sie schon als Kind im Kopf: "Ich gehe wegen Gott herein – und wenn ich hereingehe, gehe ich nie wieder heraus." Dem Vorsatz blieb sie treu. Nach ihrer Probezeit kam sie 1998 durch den Orden nach Deutschland und lebte bis zu ihrem Umzug nach Isselburg in München.
Feier am 31. Januar
Dass sie ihre Niederlassung in Isselburg nun feiern, hat damit zu tun, dass sie vom Bistum Münster die offizielle Genehmigung erhalten haben. Und das eigentlich schon unter Bischof Felix Genn. Sie wollten aber erst richtig in Isselburg ankommen, bevor sie größer feiern, erklärt Schwester Ebele. Unter anderem können nun nämlich auch die neuen Schwestern Deutsch. Nun sei eine gute Gelegenheit, "uns bekannt zu machen". Weil vor ihnen auch schon indische Ordensschwestern in Isselburg wohnten, würden sie immer mal wieder darauf angesprochen, ob sie auch aus Indien kämen. Bei dem Fest können sie nun ihren Orden und ihre Kultur vorstellen.
Für das Fest am Samstag, 31. Januar , werden auch die weiteren Schwestern des Ordens, die in Deutschland leben, nach Isselburg kommen. Um 11 Uhr beginnt am Samstag ein Gottesdienst in der Kirche St. Bartholomäus. Anschließend gibt es im Pfarrheim die Möglichkeit, zusammenzukommen. Neben der Vorstellung und der Möglichkeit, gemeinsam ins Gespräch zu kommen, gibt es dabei auch Speisen aus der Heimat der Schwestern.
Übrigens: Neben der Klostereröffnung wird auch der Namenstag von Schwester Maria Ebelechukwu Ugwa gefeiert. Auf Deutsch bedeute Ebelechukwu Barmherzigkeit Gottes. Als Symbol für die Barmherzigkeit und in Anlehnung an ihren Vater, der Paulus hieß, suchte sie sich die Bekehrung Paulus’ als Jahrestag aus: die wird jedes Jahr am 25. Januar gefeiert. Der Name, den sie sich beim Eintritt ins Kloster gewählt hat, sei für sie eine Ermutigung, "mir immer die Mühe zu geben" und die Barmherzigkeit, die sie erfahren habe, auch weiterzugeben. Wie die Zukunft weitergehen wird, legt Schwester Ebele in die Hand von Gott. In Isselburg zu bleiben, wäre aber schön, sagt sie: "Man kann es sich nur wünschen."
Text/Foto: Ann-Theres Langert, Bocholter-Borkener Volksblatt vom 29. Januar 2026