Seit 175 Jahren ein Ort für Leser
Die Bücherei St. Bartholomäus in Isselburg prägt seit 1851 das Gemeindeleben. Heute ist sie besonders bei Familien beliebt und verleiht auch digitale Angebote. Zum Jubiläum gibt es verschiedene Aktionen.
[In der Blog-Übersicht wird hier ein Weiterlesen-Link angezeigt]
Vielleicht war die Tatsache, dass 1851 in Isselburg eine kirchliche Bücherei gegründet wurde, damals nur eine Randnotiz. Allerdings eine, die bis heute Bestand hat. Die Bücherei St. Bartholomäus Isselburg feiert in diesem Jahr ihr 175-jähriges Bestehen.
Wer die Gründung der Bücherei angestoßen hatte, konnte bei der Recherche nicht mehr festgestellt werden. Da es sich um eine katholische Bücherei handelte, lag die Leitung über die Jahre und Jahrzehnte hinweg aber überwiegend in den Händen der jeweiligen örtlichen Kapläne. Allerdings geht aus alten Unterlagen des 2002 verstorbenen Fotografen Heinz Neulinger hervor, dass im ersten Jahr bereits 1691 Bücher ausgeliehen wurden. Zudem heißt es dort, dass sich der Erlös in demselben Zeitraum auf 14 Taler belief.
Betrieb in den Weltkriegen
Einschneidende Ereignisse sind in der Geschichte der Bücherei die beiden Weltkriege gewesen. Überraschenderweise ging ihr Betrieb auch in den Kriegsjahren weiter, wenngleich, besonders in der Zeit ab 1933, unter erschwerten Bedingungen. Lag die Leitung der Bücherei in all den Jahren immer in den Händen kirchlicher Personen, so übernahm 1954 in Stadtoberinspektor Josef Peters erstmals ein nichtkirchlicher Leiter die Bücherei. Das hat sich bis heute nicht geändert.
Seit mittlerweile mehr als 20 Jahren liegt die Leitung der Bücherei nun in den Händen von Kornelia Bücker. Sie wird dabei unterstützt von einem siebenköpfigen ehrenamtlichen Team, das aus Gaby Köhler, Petra Evers, Ilona Bertram, Marion Prinzen, Stefanie Beltermann, Doris Oppermann und Christa Hackfort besteht. "Aktuell haben wir genau 3469 unterschiedliche Medien zur Ausleihe", erklärt Kornelia Bücker. Christa Hackfort fügt an, dass es sich dabei um ganz unterschiedliche Medien handele. "Wir haben Bücher, Zeitschriften, Spiele und auch noch CDs sowie digitale Medien für Handy, Tablet und e-Book-Reader."
Dabei gibt es auch ein großes Angebot für Kinder. Dies umfasst Bilderbücher, Erstlesetitel und erzählende Romane. "Aber auch digitaler Lern- und Spielspaß kommt nicht zu kurz", betont Kornelia Bücker. Dafür stellt die Bücherei Tiptoi- und SAMi-Lesebären-Titel, Tonies und Enduros zur Verfügung. Entsprechende Endgeräte können gegen eine Pfandgebühr geliehen werden. Dass die Bücherei heute auch die digitalen Medien verleiht, zeigt, wie stark sich ihr Auftrag verändert hat: Aus der klassischen Bücher-Ausleihe ist ein niedrigschwelliges Bildungsangebot für Familien geworden.
Heinz Neulinger hatte in seinen Recherchen erwähnt, dass die Bücherei schon damals ein wichtiger Bildungsfaktor innerhalb der Gemeinde gewesen sei. Das hat sich bis heute nicht geändert. Auch Kornelia Bücker betont, dass die Vermittlung von Lesekompetenz, also die Menschen für das Lesen zu begeistern, eine wichtige Aufgabe der Bücherei sei. Schulkinder können Medien kostenlos in der Bücherei ausleihen. Erwachsene erhalten einen Büchereiausweis gegen eine Jahresgebühr in Höhe von 16 Euro.
Jubiläums-Aktionen
Anlässlich des Jubiläumsjahres findet in der Isselschule an der Drengfurter Straße am 30. Juni eine Schullesung mit der Autorin Sabine Zett statt. Die setzt sich für die Sprach- und Leseförderung bei Kindern ein. Das ist aber eine rein schulische Veranstaltung. Öffentliche Aktionen gibt es im Herbst: Am 30. Oktober gibt es im Pfarrheim am Münsterdeich eine Autorenlesung mit dem Krimi-Autor Fynn Jacob. Am 30. November findet außerdem der "Buchsonntag" statt, der immer am Sonntag nach dem Fest des Heiligen Karl Borromäus begangen wird, dem Patron der Katholischen-Öffentlichen Büchereien.
Die Bücherei St. Bartholomäus befindet sich im Pfarrheim, Münsterdeich 2, und ist dienstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet.
Text/Foto: Frithjof Nowakewitz, Bocholter-Borkener Volksblatt vom 19. Juni 2026