Pop-Klänge vom Anholter Kirchenchor
Mit ungewohnt poppigen Tönen hat der Kirchenchor St. Pankratius am vergangenen Samstag die Gemeinde überrascht.
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In der Vorabendmesse am 17.. Januar 2026 sangen die Sängerinnen und Sänger die "Missa 4You(th)" des ostfriesischen Komponisten Tjark Baumann – eine moderne Messvertonung, die zugleich eingängig und geistlich tief verankert ist.
Zwischen leisen, fast meditativ anmutenden Momenten und kraftvollen, rhythmischen Passagen spannte der Chor einen weiten musikalischen Bogen. Besonders auffällig war der Kontrast zwischen dem sanft wiegenden, beinahe engelsgleichen "Sanctus" und dem rockig-fetzigen "Hosanna", das eher Konzert- als Kirchenatmosphäre aufkommen ließ. "Mitwippen ist nicht nur empfohlen, sondern ausdrücklich erwünscht", betonte die Vorsitzende des Kirchenchores, Antje Jolink, augenzwinkernd bereits im Vorfeld.
Komponist Tjark Baumann (geb. 1976), Leiter des Gesangsbereichs der Musikschule Hamm, hat in seiner "Missa 4You(th)" traditionelle Harmonien mit frischen rhythmischen Akzenten und dem, was er selbst "Pfefferminzharmonik" nennt, verbunden. Das Ergebnis ist Kirchenmusik, die im Ohr bleibt, ohne ins Beliebige abzugleiten – und gerade deshalb bei Schul- und Jugendchören besonders beliebt ist.
Musikalisch unterstützt wurde der Chor nicht nur klassisch an der Orgel durch Martin Boland, sondern auch von Norbert Meyer am E-Bass und Steffen Meyer am Cajon. Die Kombination aus Orgelklang und Band-Sound verlieh der Musik eine lebendige besondere, zeitgemäße Farbe – und zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Kirchenmusik heute klingen kann.
"Wir Sängerinnen und Sänger haben uns gefreut, uns kirchenmusikalisch von einer anderen Seite zu zeigen", meinte Chorleiter Sven Joosten im Anschluss an den Gottesdienst. "Wir haben damit bewiesen, dass ein traditioneller Kirchenchor auch modern, überraschend und voller Lebensfreude sein kann."
Pfarrer Virginus Nwosu bedankte sich bei allen Akteuren für die Musik und ganz besonders beim Chor, dass er es immer wieder schaffe, "das Herz der Liturgischen Gemeinschaft feiern" zu können.
Am Ende zeigten sich frohe Gesichter unter den Chormitgliedern. Die Rückmeldungen der Gottesdienstbesucher reichten von anerkennend bis begeistert. Von Gänsehaut-Feeling wurde berichtet und sogar ältere Zuhörer waren angetan von der Mischung aus Tradition und Gegenwart. Kirchenmusik kann modern, zugänglich und dennoch anspruchsvoll klingen – ohne ihre Wurzeln zu verraten.