"Irgendwann muss Schluss sein"
Nach 96 Jahren endet die Geschichte der Kolpingsfamilie Isselburg. Der Vorstand trat wie angekündigt zurück, eine Abstimmung besiegelte die Auflösung.
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Nun ist es Fakt: Die Kolpingsfamilie Isselburg löst sich zum 31. Dezember 2026 auf. Das ergab die Abstimmung bei der Mitgliederversammlung am Sonntag, 1. November. Von den 44 stimmberechtigten Mitglieder stimmten 41 für die Auflösung und 3 dagegen.
Damit ist das eingetreten, was sich längst angekündigt hatte. Der Gesamtvorstand der Isselburger Kolpingsfamilie ist wie angekündigt mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Schon bei der turnusmäßigen Versammlung im März hatten der Vorsitzende Berni Meyer und die übrigen Vorstandsmitglieder erklärt, ihr Amt zum Ende 2026 aufzugeben. Daher wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung für den 1. November beschlossen. "Vielleicht finden sich noch Mitglieder, die Verantwortung übernehmen wollen", hieß es in den letzten Monaten immer wieder von Berni Meyer. Diese Hoffnung hatte sich nicht erfüllt.
"Ich bin seit 40 Jahren Mitglied in der Kolpingsfamilie und davon 23 Jahre als Vorsitzender", erklärte Meyer. Auch Traudel Feldhaus ging kurz auf ihre 40-jährige Tätigkeit als Kassiererin ein. "Es wird immer schwieriger mit den Zahlen und irgendwann muss auch mal Schluss sein", betonte Feldhaus.
Patricia Terbrack, Mitglied des Kolpingwerkes Diözesanverband Münster, betonte, dass nur zwei Mitglieder nötig seien, um einen neuen Vorstand zu bilden. Dabei erklärte sie, dass beispielsweise die Kassenführung extern vergeben werden könne. Auch gäbe es die Möglichkeit, mit wenigen Mitgliedern eine Kolpinggruppe zu bilden. Zudem könnten sich die Isselburger Kolpingsmitglieder einer anderen ortsnahen Kolpingsfamilie anschließen. Genutzt hat der Vorstoß von Patricia Terbrack nichts. Es fand sich niemand, der die Vorstandsarbeit übernehmen wollte oder eine der anderen Möglichkeiten in Betracht zog. Damit entfiel dann auch der Tagesordnungspunkt "Wahlen". So kam es dann zur Abstimmung über die Auflösung des Vereins. In geheimer Wahl hatten die Mitglieder das Votum für oder gegen die Auflösung. Von den 44 stimmberechtigten Personen votierten 41 für die Auflösung und drei dagegen. Damit geht die 96-jährige Geschichte der Isselburger Kolpingsfamilie zu Ende. Mit der Auflösung – also der Liquidation – wurden Georg Hakvoort und Traudel Feldhaus beauftragt. Die Isselburger Kolpingsfamilie war seit 1930 als katholischer Sozialverband fester Bestandteil der Pfarrgemeinde St. Franziskus.
Ein letztes Mal das Kolpingslied
Zu Anfang der Versammlung hatte der Vorstand die Mitglieder zu einem gemeinsamen Frühstück eingeladen. Im Anschluss daran wurden der Geschäftsbericht von Hermann Böink, der Bericht aus der Seniorengruppe von Christa Jocks und der Kassenbericht von Traudel Feldhaus verlesen. Kassenprüfer Hans-Gerd Kapell beantragte die Entlastung des Vorstandes, die auch einstimmig von der Versammlung gewährt wurde. Zum Ende der Versammlung wurde traditionsgemäß das Kolpingslied gesungen. Und das wohl zum letzten Mal.
Der nun ehemalige Vorstand bestand aus dem Vorsitzenden Berni Meyer, der stellvertretenden Vorsitzenden Melanie Meyer, Klaus Winkel als Präses, Traudel Feldhaus als Kassenwartin, Hermann Böink als Schriftführer und den Beisitzern Irene Löhrmann, Andrea Kapell, Gundi Loskamp, Joanne Menning und Heike Meyer.
Text/Foto: Frithjof Nowakewitz, Bocholter-Borkener Volksblatt vom 2. November 2026