13.08.2026

Junge Helfer für Kevelaer-Pilger

Mit einem deutlich größeren Organisationsteam starten die Isselburger Pilger ihre Wallfahrt nach Kevelaer. Ein Highlight der Strecke muss allerdings wegfallen.

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Wenn die Isselburger Kevelaer-Pilger sich auf den Weg in die Marienstadt machen, wird es bei den Fußpilgern in diesem Jahr ein deutlich größeres Orga-Team geben. Hatten zuletzt mit Gerlind Zallmanzig, Michael Hackfort und Bernd Bußhaus drei Personen die Organisation übernommen, sind es in diesem Jahr gleich 14.

Am 12. und 13. September findet die Gemeindewallfahrt aus Isselburg nach Kevelaer statt. Zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem Auto ist die Strecke möglich. Am Ablauf wird im Vergleich zum Vorjahr weitestgehend alles gleich bleiben. Fest steht allerdings bereits jetzt, dass die Fußpilger keine Überfahrt mit der Fähre über den Rhein machen können, informieren Michael Hackfort und Bernd Bußhaus. Das liegt am Niedrigwasser im Rhein. Somit wird der Weg zu Fuß über die Rheinbrücke führen.

Nach einer gemeinsamen Pilgermesse für alle am Freitagabend werden sich die Fußpilger um 3.30 Uhr an der St.-Bartholomäus-Kirche treffen und gegen 4 Uhr lospilgern, damit sie gegen 14 Uhr in Kevelaer ankommen: Gemeinsam werden Fuß-, Rad- und Autopilger die letzten Meter zur Gnadenkapelle auf dem Kapellenplatz ziehen. Die Fußpilger laufen am Sonntag dann zurück und kommen gegen 20 Uhr in Isselburg an.

Junge Pilger kommen nach

Die größte Neuerung bei den Fußpilgern gibt es im Orga-Team. Weil sie nur noch zu zweit gewesen wären, riefen Michael Hackfort und Bernd Bußhaus unter den Pilgern auf, ob jemand helfen wolle. Es gab einen Info-Abend. Das Ergebnis: Alle zwölf Interessierten konnten sich die Aufgaben gut vorstellen und gehören nun zum 14-köpfigen Orga-Team.

Darunter sind auch junge Pilger wie Noah Hackfort (25) und Lena Kohl (24). Dass sie sich über das Pilgern hinaus für die Wallfahrt engagieren, haben sie von ihren Eltern übernommen. Beide haben schon als Kinder die Wallfahrt kennengelernt und die ersten Erfahrungen bei Teiletappen gesammelt. Daraus wurde immer mehr. "Ich habs jahrelang mitbekommen", erzählt zum Beispiel Noah Hackfort, Michael Hackforts Sohn. Am Küchentisch kam das Gespräch auf, dass sich die bisherigen Organisatoren Unterstützung wünschten. Dabei habe er dann vorgeschlagen, "dass ich auch was machen könnte", erzählt Noah Hackfort. Er kümmert sich mittlerweile um die Kasse der Pilger. "Ich möchte, dass es erhalten bleibt", betont er. Es sei eine tolle Möglichkeit, mit neuen Leuten in Kontakt zu kommen, gerade auch aus anderen Altersklassen. Und für seine Familie sei es außerdem ein "Familientreffen".

"Da bleibt man dabei"

Ähnlich geht es auch Lina Kohl. Durch ihre Mutter hat sie schon als Kind die Wallfahrt kennengelernt. "Da bleibt man so dabei", sagt sie. Als die Frage nach möglichen Neu-Organisatoren kam, haben sie und ihre Mutter sich direkt gemeldet. Bereits vorher hatten sie kleinere Aufgaben übernommen: Fürbitten vorlesen oder vorbeten, und einen kleinen Einblick darin bekommen, wie viel Arbeit hinter der Wallfahrt steckt. Während ihre Mutter sich nun unter anderem um die Pilgern von Isselburg nach Kevelaer Organisation und Bestellung beispielsweise der Jubilar-Kerzen kümmert, ist Lina Kohl für die Wahlfahrtchronik verantwortlich. In großen Ordnern sammeln die Pilger schon seit Jahrzehnten Fotos und Beiträge rund um die Wallfahrt.

Etwa 70 bis 80 Pilger werden in diesem Jahr wohl wieder nach Kevelaer laufen, vermuten die Organisatoren anhand der Anmeldezahlen. Das sei zwar etwas weniger als in den Vorjahren, aber dennoch ein gutes Niveau. In den 90ern sei die Wallfahrt fast eingestampft worden, erinnert sich Michael Hackfort. Die Pilgerzahl sei da unter zehn gefallen. Vor allem die Zahl der jüngeren Pilger sei mittlerweile hoch. Zum Beispiel hatte vor einigen Jahren eine Klasse des St.-Josef-Gymnasiums in Bocholt die Wallfahrt mitgemacht, auch in diesem Jahr sind daraus immer noch zehn Pilger dabei.

Kosten und Anmeldung

Die Organisatoren erheben einen Unkostenbeitrag von 15 Euro pro Pilger, wodurch unter anderem das Wasser, die Begleitung durch das DRK und Jubilar-Kerzen bezahlt werden. Kinder und Schüler zahlen 7 Euro. Weitere Getränke und die Übernachtung zahlt jeder Pilger selbst.

Anmeldungen zur Fußwallfahrt sind bei Michael Hackfort möglich. Per Mail an hackfort-michael@t-online.de kann das Anmeldeformular angefragt werden. Alternativ ist dieses auf der Homepage der Pilger unter st-franziskus-isselburg.de/fusswallfahrt-2026.php zu finden. Das Kontingent für Übernachtungsmöglichkeiten in Kevelaer ist schon belegt, sodass durch die Pilgerleitung organisierte Übernachtungsmöglichkeiten nicht mehr garantiert werden können. Eine Anmeldung wird mit der Überweisung des Pilgerbeitrags verbindlich. Die Radpilger-Anmeldung läuft über das Pfarrbüro.


Text/Foto: Ann-Theres Langert, Bocholter-Borkener Volksblatt vom 13. August 2026